Das kam so

Vor einigen Jahren hab ich einen Gelehrten in einem Nebensatz sagen hören, dass wir die Welt an 1 Tag ändern könnten, wenn wir es wollten. Ich hab das damals nicht verstanden. Ich war sogar sauer - weil es irgendwie nach Zauberei klingt, man uns aber leider den Zauberspruch vorenthält. Da fühlt man sich, als wär man zu blöd. 

Irgendwann machte es Klick. Es wär in der Tat ganz einfach. Denn ohne uns geht Nichts. Wir können mit Nichts viel erreichen. 

Die Idee ist noch nicht einmal neu. "Stell dir vor es ist Krieg, und keiner geht hin" wurde zusammen mit der weissen Taube zum Symbol der Friedensbewegung in den 80er Jahren. Kriegsdienstverweigerer wurden damals gesellschaftstauglich, das war eine coole Zeit. Aber irgendwie hat das nicht gereicht, schlimmer denn je haben wir heute maßlose Gier nach Geld und Macht und Kriegswahn. Unser Weltenalltag? Habgier, Täuschung, Ausbeutung, Tierquälerei, Sklaverei, Genozid, Ökozid, Overkill. Es ist, als würden wir uns selber kannibalisieren.  

Besser ist, 1 Tag Nichts Tun. Das ist für vieles gut.

 


Susanne Fritz, 2015